Als nächstes kam die Bemalung dran – entweder mit Naturfarben wie Ocker – oder mit knalligeren Acrylfarben.

Hessentag 2017 in Rüsselsheim
 
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Terraplana beim Hessentag 2017

 
Der Hessentag ist eigentlich kein Tag, sondern eine gute Woche… Da zeigt Hessen, was es kann oder ist. Einige Mitglieder des „collegium transrhenanum“ waren vom neu gestalteten Stadt- und Industriemuseum der Stadt Rüsselsheim mit neuer archäologischer Abteilung eingeladen worden für verschiedene Aktionen.


Es gab diesmal – man höre und staune – zuerst steinzeitliches Infotainment; die „normale“ Römertunika wurde gegen ein jungsteinzeitliches Outfit getauscht. Von Freitag, 9. Juni, bis Sonntag, 11. Juni, wurden die Besucher von Peter und Brigitte Schmidt informiert über Fundorte, Originalmaterialien, Bauweise und Funktion steinzeitlicher Schwirrhölzer, um sie dann gleich zu animieren, selbst ein solches „Instrument“ zu bauen.
Zuerst bekam jeder einen Holzrohling. Mit Hilfe eines Feuersteinschabers mussten zuerst die Kanten dünn gekratzt werden.
 
Diese Kanten wurden anschließend auf einem Sandstein noch glatt gerieben. Auch ein Pumpenbohrer mit einer Feuersteinspitze konnte ausprobiert werden.
Als nächstes kam die Bemalung dran - entweder mit  
Naturfarben wie Oker - oder mit knalligeren Acrylfarben.



Dieses Angebot nahmen gerne Eltern mit ihren Kindern wahr, aber es gab auch etliche Erwachsene, die mitmachten.





Zum Schluss wurde noch eine Schnur durch das Loch gezogen und dann wurde getestet. Alle Schwirrhölzer funktionierten und jeder war glücklich!

Bei Gesprächen hörte man dann oft, dass diese Leute Multiplikatoren waren, die mit ihren Schülern, Jugendgruppen oder Kindergartenkindern so etwas machen wollten. Einige waren gezielt zu uns gekommen, weil sie das Thema im Programmheft gelesen hatten. „Wir picken uns die Rosinen raus!“, sagte eine Mutter.

Montag hatten wir frei: Zeit für eine kurze Verschnaufpause.

Am Dienstag, 13.6., waren wir dann gleich mit zwei Aktionen bis Donnerstag, 15.6., dabei. Jörg Lotter und Daniel Usher wurden mit dem nachgebauten Römerschiff AEGINA von Polizei und Hilfspersonal im Schritttempo durch das Hessentagsgelände geschleust, um in die Rüsselsheimer Festung zu kommen, in der das Museum ist.

 

Da stand nun das römische Schiff mit gehisstem Segel zwischen Mauern und Kasematten und machte auf sich aufmerksam!

 

 

 

 

 

Im Innenhof der Festung war wieder eine Steinzeit-Werkstatt aufgebaut.
Das Thema hieß: Steinzeitliche Idole.

Dazu hatte Brigitte Schmidt eine ansehnliche Zahl – meist weiblicher - Idole als Nachbildungen getöpfert und konnte den interessierten Besuchern einiges zum Gebrauch dieser Figuren und der Vorstellungswelt unserer Vorfahren erzählen, die sich aus dem Fundzusam-
menhang, den Gebrauchsspuren und der Darstellungsart erschließen lassen.

 

Leider wollten nur wenige Erwachsene von dem Angebot Gebrauch machen, sich ein solches Idol zu töpfern, manchem fehlte vielleicht der Mut („Ich habe mein Alibi-Kind nicht dabei!“) oder die Zeit. Einige griffen aber gerne zum angebotenen Fimo, um sich schnell einen Idol-Anhänger zu machen.

 

Umso eifriger waren aber die Kinder, die allerdings öfters vom Thema abwichen und kleine Schälchen oder Tiere töpferten.

 

 

 
Von Schulklassen wurden wir auch überfallen.
Pubertierende Jugendliche und dann Vorlagen von etlichen, oft „gut bepackten“ Venusfiguren: da genierten sich einige und fingen erst mal an zu gackern, besonders die Jugendlichen mit Migrationshintergrund… Aber als es losging mit nachtöpfern, da waren einige der Jungen nicht mehr zu halten. Sie hatten riesigen Spaß, die weiblichen Formen ihrer Figur zu modellieren. Für ein Prachtweib diesen Formats hätte ein Nomade sicher eine ganze Kamelherde eintauschen müssen!
 

Text: Brigitte Schmidt

Fotos: Peter Schmidt

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