Vor 1000 Jahren war Trebur eines der Machtzentren im Heiligen Römischen Reich. Vom 9. bis zum 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle der heutigen Laurentiuskirche eine bedeutende Königspfalz. 

Eine Königspfalz Trebur wird erstmals 829 urkundlich erwähnt. Vom 9. bis 12. Jahrhundert sind für Trebur 57 Königsaufenthalte, Reichs- und Fürstentage belegt. Der bekannteste ist der Fürstentag von 1076 bei dem Heinrich IV. zum Gang nach Canossa veranlasst wurde. 1119 wurde der letzte Reichstag in Trebur abgehalten. 1248 wurde die Pfalz Trebur an die Grafen von Katzenellenbogen verpfändet und gelangte 1479 an die Fürsten von Hessen-Darmstadt.

Über die Pfalz selbst ist nur wenig bekannt. Aus historischen Quellen ist überliefert, dass es einen Versammlungshalle (Aula Regia), eine Kapelle und ein Palas (Wohn- bzw. Hauptgebäude) gegeben hat. Daneben verfügten Pfalzen dieser Zeit üblicherweise über eine Reihe weiterer Wirtschaftsgebäude. Letzten Reste der einzigen Pfalz sind im Mauerwerk der heutigen Laurentiuskirche erhalten geblieben. Ab etwa 1400 wurde sie auf den Resten der Pfalz errichtet.

Bislang haben kaum archäologische Untersuchungen zur Pfalz Trebur stattgefunden. Bauuntersuchungen an der Laurentiuskirche gab es 1934 durch Oberbaurat Diefenbach und 1954 durch den Bezirksarchäologen Dr. Otto Müller. Dabei wurden Fundamentreste vor dem Westportal nachgewiesen.

Laurentiuskirche, Trebur

Unter Leitung der Außenstelle Darmstadt der HessenArchäologie, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Heimat und Geschichte Trebur e.V. und mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Trebur wollen wir mit modernster Technik Licht in das Dunkel um die Pfalz Trebur bringen. Geplant sind Untersuchungen mittels Bodenradar im Bereich der Laurentiuskirche und im umgebenden Straßenbereich der Oberen Pforte. Diese Untersuchungen werden durch Posselt & Zickgraf Prospektionen durchgeführt. Mittels Georadar lassen sich im Untergrund noch vorhandenen Mauerreste zerstörungsfrei sichtbar machen.