Digitale Rekonstruktion des römischen Grabmals in Ingelheim, Copyright Stadt Ingelheim

Am Freitag, 26. April berichtete unser Vorstandsmitglied André Madaus im Volkshaus in Büttelborn über das römische Ingelheim. André ist in der Forschungsstelle Kaiserpfalz im Bereich Archäologie/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig und untersucht seit vielen Jahren gemeinsam mit seiner Frau Anke Karioth, ebenfalls Mitglied im Vorstand von terraplana, ein großes römisches Landgut bei Ingelheim.

In Ingelheim entstand bereits in augusteischer Zeit ein Vicus, also eine kleine zivile Siedlung. Der Name des Ortes ist nicht überliefert, auf Karten oder Itinierarien taucht er nicht auf. Trotzdem scheint Ingelheim eine reiche römische Vergangenheit zu besitzen. Davon zeugen zahlreiche Befunde in der Stadt und ihrer Umgebung. Neben rund 25 Villae rusticae, der linksrheinischen römischen Fernstraße und zahlreichen Gräbern vom 1.-4 Jh. gab es offenbar auch ein Heiligtum, an dem über Jahrhunderte Münzen und Trankopfer dargebracht wurden. Die wissenschaftlich bedeutendeste römische Hinterlassenschaft sind drei Grabfiguren aus lothringischem Kalkstein. Sie wurden bereits 1853 entdeckt, aber erst in den letzten Jahren intensiv untersucht.

Im Rahmen des bundesweiten Projekts museum4punkt0 wurde das Grabmal, zu dem die Figuren ursprünglich gehörten, digital rekonstruiert und für eine App aufbereitet. Einer der spannendsten Aspekte an den Figuren, die in die Mitte des 1. Jh. datieren, sind die stellenweise noch mit bloßem Auge erkennbaren Farbspuren. Sie ermöglichten eine farbige Rekonstruktion der Figuren und des Monuments.


Die App "Ingelheim zur Römerzeit" kann kostenfrei in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden.